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Fachabitur: Wege, Dauer und Studium

Umgangssprachlich heißt es „Fachabitur“ oder „Fachabi“ – gemeint ist meist die Fachhochschulreife. Mit ihr kannst du an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (Fachhochschulen) studieren. Hier erfährst du, welche Wege es gibt, wie lange sie dauern und worin sich Fachabitur und Abitur unterscheiden.

Fachhochschulreife, fachgebundene und allgemeine Hochschulreife

Abschluss Damit kannst du studieren Typischer Weg
Fachhochschulreife („Fachabitur“) alle Studiengänge an Hochschulen für angewandte Wissenschaften, in einigen Ländern auch bestimmte Bachelorstudiengänge an Universitäten Fachoberschule, Berufskolleg, schulischer Teil am Gymnasium plus Praxis
Fachgebundene Hochschulreife bestimmte Fächer an Universitäten und alle Fächer an Fachhochschulen Berufsoberschule oder Fachoberschule Klasse 13 ohne zweite Fremdsprache
Allgemeine Hochschulreife (Abitur) alle Studiengänge an allen Hochschulen Gymnasium, Gesamtschule, berufliches Gymnasium, zweiter Bildungsweg

Die Fachhochschulreife besteht aus einem schulischen Teil und einem praktischen Teil (zum Beispiel ein einjähriges Praktikum oder eine abgeschlossene Berufsausbildung). Erst beides zusammen ergibt den vollen Abschluss, der in allen Bundesländern anerkannt wird.

Wege zum Fachabitur

Fachoberschule (FOS)

Mit dem mittleren Schulabschluss startest du in Klasse 11 – mit einem hohen Praxisanteil im Betrieb – und machst nach Klasse 12 die Fachhochschulreife. Wer schon eine Berufsausbildung hat, steigt meist direkt in Klasse 12 ein und ist nach einem Jahr fertig. Fachrichtungen sind zum Beispiel Technik, Wirtschaft und Verwaltung, Gesundheit und Soziales oder Gestaltung.

Berufskolleg und höhere Berufsfachschule

In einigen Ländern kannst du an Berufskollegs oder höheren Berufsfachschulen einen Berufsabschluss (zum Beispiel als Assistent) mit der Fachhochschulreife verbinden. Das dauert meist zwei bis drei Jahre.

Schulischer Teil am Gymnasium

Wenn du das Gymnasium oder die gymnasiale Oberstufe nach der Qualifikationsphase verlässt, kannst du unter bestimmten Notenvoraussetzungen den schulischen Teil der Fachhochschulreife bekommen. Mit einem anschließenden Praktikum oder einer Ausbildung wird daraus die volle Fachhochschulreife.

Berufsbegleitend oder per Fernkurs

Auch abends oder als Fernlehrgang mit anschließender Externenprüfung ist das Fachabitur möglich. Staatliche Schulen sind kostenlos, Fernschulen kosten Gebühren. Mehr zu den Wegen des zweiten Bildungswegs liest du unter Abitur nachholen.

Fachabitur-Note berechnen

Wie deine Note im Fachabitur entsteht, hängt vom Weg ab. Für die beiden häufigsten Fälle gibt es hier einen Rechner mit Schiebereglern.

Schulischer Teil am Gymnasium oder an der Gesamtschule

Verlässt du die Oberstufe nach der Qualifikationsphase, zählen nach der Vereinbarung der Kultusministerkonferenz 15 Halbjahresergebnisse aus zwei aufeinanderfolgenden Halbjahren: je zwei Halbjahre aus zwei Leistungs- bzw. Prüfungsfächern doppelt und elf weitere einfach – zusammen höchstens 285 Punkte. Daraus wird die Durchschnittsnote berechnet (95 Punkte = 4,0, ab 261 Punkten = 1,0). Welche Fächer genau eingebracht werden müssen, regelt dein Land.

Fachhochschulreife (schulischer Teil) berechnenFür die Oberstufe am Gymnasium oder an der Gesamtschule: Punkte (0–15) aus zwei aufeinanderfolgenden Halbjahren der Qualifikationsphase.

Zwei Leistungs- bzw. Prüfungsfächer – zählen doppelt

11 weitere Halbjahresergebnisse – zählen einfach

Prüfungsfächer (×2)80
Weitere Kurse99
Gesamt (max. 285)179
Durchschnittsnote2,5

Bedingungen erfüllt (nach KMK-Vereinbarung). Ergebnisse unter 5 Punkten: 0 von höchstens 4.

Fachoberschule (FOS), Berufsoberschule und Berufskolleg

Hier entsteht die Note meist aus den Fachnoten des Abschlusszeugnisses: In den Prüfungsfächern werden Vornote und Prüfungsnote verrechnet, danach zählt der Durchschnitt aller Fächer. Gewichtung und Rundung unterscheiden sich je nach Land und Schulform – stell sie im Rechner passend ein.

Abschlussnote berechnen: Fachoberschule / FachabiturStell für jedes Fach die Vornote ein und – bei Prüfungsfächern – die Prüfungsnote. Der Rechner bildet die Fachnote und den Durchschnitt.

Durchschnittsnote–
Rechnung

Gehst du nach dem Fachabitur noch weiter Richtung Abitur, hilft dir der Abi-Rechner; mehr zu beruflichen Schulen steht unter Berufskolleg und Berufsschule.

Ist das Fachabitur leichter als das Abitur?

Nicht unbedingt. Der Unterricht ist praxisnäher und auf eine Fachrichtung ausgerichtet, dafür ist das Tempo hoch – oft ist der Stoff in ein bis zwei Jahren zu schaffen. Mathematik, Deutsch und Englisch werden in der Regel schriftlich geprüft. Deinen Notendurchschnitt kannst du mit dem Notendurchschnitt-Rechner berechnen.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: schneller Abschluss, viel Praxis, gute Vorbereitung auf Fachhochschule und duales Studium, Anschluss an eine Ausbildung möglich.
  • Nachteile: eingeschränkte Studienwahl an Universitäten; für Fächer wie Medizin, Jura oder Lehramt brauchst du die allgemeine Hochschulreife.

Wer später doch an die Uni will, kann nach dem Fachabitur an der Berufsoberschule oder Fachoberschule Klasse 13 die fachgebundene oder mit zweiter Fremdsprache die allgemeine Hochschulreife erwerben.

Häufige Fragen

Wie lange dauert das Fachabitur?

An der Fachoberschule mit mittlerem Abschluss zwei Jahre, mit abgeschlossener Ausbildung meist ein Jahr. Am Berufskolleg mit Berufsabschluss zwei bis drei Jahre.

Kann ich mit Fachabitur an der Uni studieren?

An Hochschulen für angewandte Wissenschaften immer. An Universitäten nur in einigen Ländern und Studiengängen. Mit der fachgebundenen Hochschulreife stehen dir die passenden Fächer an Universitäten offen.

Gibt es BAföG für das Fachabitur?

Für den Besuch einer Fachoberschule ab Klasse 12 und bestimmter Berufsfachschulen kann es Schüler-BAföG geben. Die Voraussetzungen findest du unter Schüler-BAföG.