Abi geschafft – und jetzt? Studium, Ausbildung, duales Studium, Freiwilligendienst, Wehrdienst, Work and Travel oder erst mal ein Praktikum: Hier findest du alle Wege im Vergleich, mit Dauer, Bezahlung und den wichtigsten Fristen.
Die Möglichkeiten im Vergleich
| Weg | Dauer | Geld | Passt zu dir, wenn … |
|---|---|---|---|
| Studium | Bachelor 3 bis 4 Jahre | kein Gehalt, ggf. BAföG | du gern theoretisch und selbstständig lernst |
| Ausbildung | 2 bis 3,5 Jahre, mit Abi oft verkürzt | Ausbildungsvergütung | du schnell praktisch arbeiten und Geld verdienen willst |
| Duales Studium | 3 bis 4 Jahre | Vergütung vom Unternehmen | du Theorie und Praxis verbinden willst und belastbar bist |
| Freiwilligendienst (FSJ, FÖJ, BFD) | 6 bis 18 Monate, meist 12 | Taschengeld | du dich sozial oder ökologisch engagieren und orientieren willst |
| Wehrdienst | mindestens 6 Monate | mind. 2.600 € brutto im Monat | du die Bundeswehr kennenlernen willst |
| Work and Travel, Au-pair | 3 bis 12 Monate | Jobs vor Ort bzw. Taschengeld | du Sprache und Ausland erleben willst |
| Praktikum, Job | frei | je nach Stelle | du Berufe ausprobieren willst |
Studium
Mit dem Abitur kannst du an Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und dualen Hochschulen studieren. Für viele Fächer gibt es einen Numerus clausus – welche Note zuletzt gereicht hat, zeigen die NC-Werte. Alles zu Studienwahl, Hochschularten, Abschlüssen und Bewerbung findest du unter Studieren nach dem Abitur.
Ausbildung
Eine duale Ausbildung verbindet Arbeit im Betrieb mit Berufsschule und dauert je nach Beruf zwei bis dreieinhalb Jahre. Mit Abitur kannst du die Ausbildung in vielen Berufen verkürzen, oft um bis zu ein Jahr. Daneben gibt es schulische Ausbildungen, etwa in Gesundheits- und Sozialberufen. Bewirb dich möglichst ein Jahr vor dem Start – große Unternehmen suchen oft schon im Sommer davor. Viele Abiturienten nutzen die Ausbildung auch als Sprungbrett: Mit Berufserfahrung und Weiterbildung (z. B. Meister, Fachwirt) stehen später ebenfalls gut bezahlte Positionen offen.
Duales Studium
Beim dualen Studium wechselst du zwischen Hochschule und Unternehmen. Du bekommst durchgehend eine Vergütung und hast am Ende einen Bachelor plus Praxiserfahrung, bei ausbildungsintegrierten Modellen zusätzlich einen Berufsabschluss. Der Preis: wenig Semesterferien und ein hohes Arbeitspensum. Du bewirbst dich direkt beim Unternehmen, meist ein Jahr im Voraus.
Freiwilligendienste: FSJ, FÖJ und BFD
Im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder im Bundesfreiwilligendienst (BFD) arbeitest du in sozialen, ökologischen, kulturellen oder sportlichen Einrichtungen mit. Der Dienst dauert in der Regel zwölf Monate (mindestens sechs, höchstens 18). Du bekommst ein Taschengeld – im BFD 2026 höchstens 676 Euro im Monat –, bist sozialversichert und deine Eltern erhalten weiter Kindergeld. Für manche Ausbildungen und Studiengänge wird der Dienst als Praktikum anerkannt, und bei zulassungsbeschränkten Studiengängen kann er dir bei der Bewerbung helfen. Auch Dienste im Ausland sind möglich, zum Beispiel über „weltwärts“ oder das Europäische Solidaritätskorps.
Wehrdienst bei der Bundeswehr
Seit dem 1. Januar 2026 gilt der neue Wehrdienst. Alle 18-Jährigen bekommen einen Fragebogen – für Männer ist die Antwort Pflicht, für Frauen freiwillig; Männer ab Jahrgang 2008 werden zudem gemustert. Der Wehrdienst selbst ist freiwillig, dauert mindestens sechs Monate und wird mit mindestens 2.600 Euro brutto im Monat vergütet. Wer danach Soldat bleiben will, kann sich länger verpflichten; die Bundeswehr bietet auch Studium und Ausbildungen an. Aktuelle Details stehen bei der Bundesregierung.
Work and Travel, Au-pair und Auslandsaufenthalt
Mit einem Working-Holiday-Visum kannst du in Ländern wie Australien, Neuseeland oder Kanada reisen und dir die Reise mit Jobs vor Ort finanzieren. Plane Ersparnisse für Flug, Versicherung und die ersten Wochen ein und kümmere dich rechtzeitig um das Visum. Als Au-pair lebst du in einer Gastfamilie, betreust Kinder und bekommst Unterkunft, Verpflegung und Taschengeld. Beides verbessert deine Sprachkenntnisse und macht dich selbstständiger – und du hast Zeit, über deinen weiteren Weg nachzudenken.
Praktikum, Job oder Selbstständigkeit
Ein Praktikum ist der schnellste Weg, einen Beruf von innen zu sehen. Freiwillige Orientierungspraktika bis drei Monate müssen nicht mit Mindestlohn bezahlt werden, längere freiwillige Praktika schon (2026: 13,90 Euro pro Stunde, 2027: 14,60 Euro). Ein Job direkt nach dem Abi bringt schnell Geld, ist ohne Ausbildung aber meist schlechter bezahlt – als Übergang sinnvoll, als Dauerlösung selten. Wer eine Geschäftsidee hat, kann sich auch selbstständig machen; Gründungsberatungen der IHK und Handwerkskammern sind ein guter erster Anlaufpunkt.
Noch unentschlossen? So findest du deinen Weg
- Stärken und Interessen klären: Welche Fächer und Tätigkeiten machen dir Spaß? Tests wie „Check-U“ der Bundesagentur für Arbeit helfen dabei.
- Beratung nutzen: Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit und die Studienberatung der Hochschulen sind kostenlos.
- Ausprobieren: Praktika, Schnuppertage, Hochschul-Infotage und Gespräche mit Leuten aus dem Beruf.
- Fristen im Blick behalten: Für zulassungsbeschränkte Studiengänge zum Wintersemester endet die Bewerbung meist am 15. Juli, Ausbildungsplätze werden oft ein Jahr im Voraus vergeben.
- Finanzierung prüfen: BAföG, Ausbildungsvergütung, Kindergeld und Stipendien.
Häufige Fragen
Was ist besser nach dem Abitur: Studium oder Ausbildung?
Das hängt von dir ab. Ein Studium öffnet mehr akademische Berufe, eine Ausbildung bringt früher Geld und Praxis. Beides lässt sich kombinieren – im dualen Studium oder mit einem Studium nach der Ausbildung.
Ist ein Jahr Pause nach dem Abi ein Nachteil?
Nein, wenn du es sinnvoll nutzt. Freiwilligendienst, Praktika oder ein Auslandsaufenthalt kommen in Bewerbungen gut an und helfen bei der Orientierung.
Bekommen meine Eltern während eines FSJ weiter Kindergeld?
Ja. Während eines anerkannten Freiwilligendienstes besteht der Anspruch auf Kindergeld bis zum 25. Geburtstag weiter.