BAföG-Antrag: Das Wichtigste zuerst
Stell deinen BAföG-Antrag spätestens in dem Monat, in dem dein Studium oder deine Ausbildung beginnt. BAföG gibt es nämlich frühestens ab dem Monat, in dem der Antrag beim Amt eingeht (§ 15 BAföG). Es reicht zunächst ein formloser Antrag, fehlende Unterlagen kannst du nachreichen. Am einfachsten geht das online über BAföG Digital (Stand: September 2026).
Wann du den Antrag stellen solltest
Die Bearbeitung eines Erstantrags dauert oft mehrere Wochen, manchmal Monate. Starte deshalb, sobald du deine Zulassung hast. Ideal sind zwei bis drei Monate vor Semesterbeginn.
Als Beginn der Ausbildung zählt der Monat, in dem die Vorlesungen tatsächlich starten. Beginnen sie zum Beispiel Mitte Oktober, muss dein Antrag bis zum 31. Oktober beim Amt sein. Maßgeblich ist der Eingang beim Amt, nicht der Poststempel. Online eingereichte Anträge sind sofort da.
Wenn das Amt nicht innerhalb von sechs Wochen entscheiden oder innerhalb von zehn Wochen zahlen kann, bekommst du auf Antrag eine Abschlagszahlung. Sie beträgt bis zu vier Fünftel des voraussichtlichen Bedarfs für bis zu vier Monate (§ 51 BAföG).
Welches Amt ist zuständig?
- Studium an einer staatlichen Hochschule: das Amt für Ausbildungsförderung an deiner Hochschule, meist beim Studierendenwerk.
- Schule: das Amt in dem Stadt- oder Landkreis, in dem deine Eltern wohnen.
- Abendgymnasium, Kolleg, Höhere Fachschule, Akademie: das Amt am Ort der Ausbildungsstätte.
- Ausbildung im Ausland: ein spezielles Auslandsamt, je nach Zielland. Mehr dazu beim Auslands-BAföG.
Diese Unterlagen brauchst du
- Formblatt 1 (Antrag auf Ausbildungsförderung) und gegebenenfalls Formblatt 4 für eigene Kinder unter 14
- Formblatt 2 oder eine Immatrikulationsbescheinigung mit dem Vermerk „nach § 9 BAföG“
- Formblatt 3 von jedem Elternteil und, falls du verheiratet bist, von deinem Ehepartner
- Steuerbescheid deiner Eltern aus dem vorletzten Kalenderjahr
- Nachweise über dein Vermögen und deine Schulden am Tag der Antragstellung
- Bescheinigung deiner Kranken- und Pflegeversicherung, wenn du selbst versichert bist
- Angaben zum Nebenjob, Mietvertrag oder Meldebescheinigung auf Nachfrage
- Aufenthaltstitel, wenn du keinen deutschen Pass hast
Welches Formblatt wofür gedacht ist, zeigt dir die Übersicht zum BAföG-Formblatt.
Schritt für Schritt zum Bescheid
- Anspruch schätzen: Mit dem BAföG-Rechner siehst du, ob sich der Antrag lohnt.
- Frist sichern: Zur Not reicht ein kurzer, formloser Antrag an das Amt: Name, Anschrift, Ausbildungsstätte und der Satz, dass du BAföG beantragst.
- Formblätter ausfüllen: Online oder als PDF. Deine Eltern füllen ihren Teil selbst aus.
- Nachweise beilegen: Vollständige Unterlagen sind der wichtigste Faktor für eine schnelle Bearbeitung.
- Bescheid prüfen: Im Bescheid stehen dein Bedarf, das angerechnete Einkommen und die Förderungshöchstdauer. Hältst du etwas für falsch, kannst du dich dagegen wehren. Wie und bis wann, steht in der Rechtsbehelfsbelehrung am Ende des Bescheids, meist ist es ein Monat.
Was tun, wenn die Eltern nicht mitmachen?
Füllen deine Eltern das Formblatt 3 nicht aus oder zahlen sie den angerechneten Unterhalt nicht, kannst du eine Vorausleistung beantragen (Formblatt 8, § 36 BAföG). Das Amt zahlt dann vor und holt sich das Geld später von deinen Eltern zurück. Verdienen deine Eltern im laufenden Jahr deutlich weniger als vor zwei Jahren, hilft ein Aktualisierungsantrag mit Formblatt 7.
Studienstarthilfe gleich mitbeantragen
Bezieht deine Familie Bürgergeld, Wohngeld, Kinderzuschlag oder eine ähnliche Leistung und bist du unter 25, kannst du zusätzlich die Studienstarthilfe bekommen. Das sind einmalig 1.000 Euro, die du nicht zurückzahlen musst. Der Antrag läuft nur online und muss bis zum Ende des Monats nach Studienbeginn gestellt sein.
Häufige Fragen
Kann ich BAföG beantragen, bevor ich eingeschrieben bin?
Ja. Stell den Antrag, sobald klar ist, wo du studierst. Die Immatrikulationsbescheinigung reichst du nach, sobald du sie hast.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Das ist je nach Amt sehr unterschiedlich. Bei Erstanträgen solltest du mit mehreren Wochen rechnen. Vollständige Unterlagen verkürzen die Zeit deutlich.
Muss ich jedes Jahr einen neuen Antrag stellen?
Ja. BAföG wird in der Regel für zwölf Monate bewilligt. Danach brauchst du einen Folgeantrag, am besten zwei Monate vor Ablauf.
Welches Einkommen meiner Eltern zählt?
Das Einkommen aus dem vorletzten Kalenderjahr vor Beginn deines Bewilligungszeitraums. Beginnt dein Studium im Herbst 2027, zählt also das Einkommen von vor zwei Jahren.